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Pfauenfederauge

Sie liegt quer über dem ungemachten Bett, die Augen halb geschlossen. Eine Pfauenfeder balanciert zwischen den Lippen und zeichnet träge Achten in die Luft. Alles ist Schwingen, vor, zurück, links, rechts. Wie weit kann sie die Feder kippen lassen, ohne dass sie herunterfällt? Sie testet es aus. Ein immerwährender Tanz auf Messers Schneide zwischen den Möglichkeiten: Geht-doch und Geht-nimmer-mehr. Die Arme sind hinter dem Kopf verschränkt. Ihr Haar schleppt schwarz und schwer über weiße, fahle Haut. Während sie so daliegt, unter dem Pfauenfederauge, ein Bein gen Boden geneigt, das andere angewinkelt, blinzelt sie müßig eine Wimper aus ihrem linken Auge.

Ein silbernes Plätschern blinkt aus der dunklen Zimmerecke herüber. Sie kann´s nicht sehen, sie kann´s nicht hören, dem Pfau gilt alles Denken. Da springt das blinkende Klingende auf Zehenspitzen zu ihr herüber. Vor dem Bett kurz verharrt, erklimmt es sodann emsig die Faltengebirge von Laken und Decke, windet sich durch unendliche Täler, rutscht über eisweiße Höhen und schlüpft endlich, endlich in ihr Ohr. Da dreht sie den Kopf in die Richtung aus der das Plätschern gekommen war.

Farbe tropft dort von der Decke. Es hat sich bereits eine große Lache gebildet und sie fragt sich, wie sie diese Sauerei jemals wieder wegbekommen soll. Dabei ist es Regenbogenfarbe, die da aus der Küche des Nachbarn über ihr tropft. Was macht der grauselige Buchhalter mit dem verklemmten Gesicht nur mit solch einem Wunder? Und welcher Unfall hat sich zugetragen, dass die Farbe sich jetzt auf ihrem Teppich sammelt und nicht wohlbehalten in einem Topf in seiner Küche steht?

Aber vielleicht ist es auch gar kein Unfall, denkt sie gemächlich. Vielleicht ist die Farbe auf der Flucht. Gleich wird es an der Tür klopfen, der Nachbar wird in seiner ganzen Unbeholfenheit im Türrahmen stehen und, um Verständnis heischend, sein leeres Töpfchen entgegenstrecken. Ob ich ihm helfen würde? Vielleicht. Aber eher wohl nicht. Ich kann mich ja kaum aus den Federn ringen. Sie sind unter mir, die Sprungfedern, sie sind neben mir, die Daunen, und sie tanzen über mir in der Luft.

Eine Minute verstreicht.
Keiner klopft.
Zwei Minuten verstreichen.
Alles tropft.

Doch sonst ist alles Stille.
14.8.06 18:55
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


marinasa (15.8.06 18:09)
Wo bitte ist mein Komentar von gestern???
Der war nicht unvollendet....
Ich freu mich auf deine Beiträge, diese Unvollendeten sind bestimmt toll , da kann man dann den Faden für sich weiterspinnen :-)

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